10.02.2013

Viel los heute am Bolberg

Der Bolberg, eine liebliche Kuppe auf dem Verbindungsgrat Hohgant-Augstmatthorn, ist ein schönes und gemütliches Skitourenberglein. Normalerweise. Heute war einiges anders.

Leicht, 700 Meter Aufstieg, Gehzeit 2,5 Stunden - dies die technischen Daten des Bolberg, ein schöner, nicht besonders fordernder Skitourenberg ob Habkern. Wir (Godi, Susanna, Annemarie, Roland) starten trotzdem zeitig. Das Wetter ist minus 14 Grad kalt, aber prächtig und auf den Weidehängen liegt Pulverschnee. Sehr viel frischer Pulverschnee. 40 Zentimeter unten, ein guter halber Meter oben (doch dazu später mehr). Wir steigen Nordostwärts über die Schwendiegg in die Höhe. Zum Glück wurde am Vortag vorgespurt, zumindest ein Stück weit. Plötzlich hört die Spur auf. Nun haben wir uns selber durch den Schnee zu kämpfen. Das Spuren fühlt sich an wie Graben. Den Puls jagt es in die Höhe. Es wird heiss. Wir wechseln uns ab, das Teamwork funktioniert (Danke an alle!). Die Landschaft ist wunderschön. Wir ganz allein auf dem Gratrücken, in den Waldpassagen, mit dem vielen Pulverschnee, den Wintermärchentannen, den Berner Alpen, dem blauen Himmel. Gegen Mittag erreichen wir den Winteröscht-Gipfel, bekommen Gesellschaft. Wo kommen nur all die SchneeschuhgängerInnen plötzlich her? Kurz darauf schaffen wir auch den Bolberg. 1800 Meter über Meer, doch wir fühlen uns wie auf dem Mount Everest. Und freuen uns auf die Pulverschnee Abfahrt.
Doch wir stellen fest: Fürs Abfahren hat es zu viel Schnee! Wir bleiben in den Schneemassen gewissermassen stehen! Wir entschliessen uns, über die Aufstiegsspur abzufahren, und so auf Tempo zu kommen. Am Winteröscht begegnen wir einem farbigen Heissluftballon, der eine mutige Landung im Pulverschnee hinlegt und danach wieder davonfliegt. Der Trick mit der Abfahrt in der Aufstiegsspur funktioniert. Wie einst James Bond am Schilthorn, sausen wir in die Tiefe. Naja, ein paar spektakuläre Ausflüge in den weichen Pulverschnee legen wir auch noch hin. Am Schluss entschuldigt sich der Tourenleiter: Für einmal hatte es zu viel Schnee. Doch wir sind uns einig: Es war eine besondere, spektakuläre und wunderschöne Skitour! Text/Bilder: Godi

PS: Von der Skitourenwoche in Bivio ist die Tourengruppe Thun-Strättligen gesund munter heimgekehrt. Bericht folgt demnächst in diesem Blog ...


Winterlandschaft mit Bolberg (hinten).
Die ersten Sonnenstrahlen im Pulverschnee.
Der Sonnenaufgang.
Blick Richtung Lombachalp, Augstmatthorn.
Aufstiegsspur.
Spuren in einem halben Meter Pulverschnee.
Zwischen den Wintermärchentannen.
Spuren ist Teamwork.
Ohne Worte.
Was ist da los?
Heissluftballon auf dem Winterröscht!
Ups, auch Tourenleiter fallen tief - und in diesem Fall ziemlich weich ...










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