08.01.2011

Leiden am Gehrihorn

Gehrihorn
Es gibt sie auch, die Tage: Da steht man am Berg und denkt sich, was wollen wir heute und hier eigentlich. Als wir in Kiental Richtung Gehrihorn hinaufblicken, merken wir sofort, dass heute etwas Mangelware ist: der Schnee. Der Föhn und der Regen der letzten Tage und Nächte haben ganze Arbeit geleistet.
Doch in der Beiz wird rasch klar - Jacky will endlich seinen Traumberg besteigen. Ursula, Sigi und Godi wollen ebenfalls an die frische Luft. Also lösen wir am Sessellift ein Retourbillet, lassen uns hochtragen und beginnen in Ramslauenen mit dem eigentlichen Aufstieg. Laut SAC-Führer ist die Tour „wenig schwierig“ und in zwei Stunden sollten wir auf dem Gipfel sein. Doch uns wird rasch klar, am steilen Zahn über dem Frutigtal werden wir uns heute die Zähne ausbeissen. Wird der Traumberg gar zum Albtraum? Die Wärme bremst vorerst den Elan. Schnee finden wir weiter oben doch noch und das Spuren im Bruchharst geht ganz schön in die Knochen. Nach gut zwei Stunden sind wir immerhin auf dem Grat. Eine Weile später kommen wir auf einem Vorgipfel des Gehrihorns an und es sei an dieser Stelle verraten: Wir lassen es dabei bewenden. Das Wetter ist herrlich, die Aussicht prächtig, das Sandwich schmackhaft. Doch die Vorahnung soll sich bald bestätigen. Richtig Leiden müssen wir in der Abfahrt.  Der von Sonne und Regen gedeckelte Schnee lässt nicht einen Meter ungestörtes Skifahren zu. Sigi, immerhin seit 30 Jahren auf Tourenskiern unterwegs, hat sowas noch nie erlebt. Nun, runter kommen sie immer, die SkitourenfahrerInnen. Müde, durstig und verschwitzt kommen wir in Ramslauenen an. Die Knochen sind noch ganz, Jacky ist seinem Traumberg schon ziemlich nahe gekommen und frische Luft haben wir in rauen Mengen getankt. Was wollen wir mehr!?
Im Aufstieg zum Gehrihorn. Föhnstimmung über den Alpen.

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